Praxisleitfaden für Due Diligence: 5 Schritte zur Fundamentalanalyse
Wir analysieren den Prozess der eigenen Due Diligence und bieten eine strukturierte Methode zur Bewertung von Krypto-Assets. Dieser Leitfaden priorisiert techni
In der Community hört man einen Satz besonders oft. Es ist „DYOR“ (Do Your Own Research), also „Bitte recherchiere selbst, bevor du investierst“. Alle sagen, das sei wichtig, aber man ist oft ratlos, wo und wie man anfangen soll. Ich fasse für euch fünf praktische DYOR-Schritte zusammen, um seriöse Projekte von Scams zu trennen und echten Wert zu finden.
1. Whitepaper: Die Frage stellen: „Wozu wird das eigentlich gemacht?“
Das Whitepaper ist der Geschäftsplan eines Coins. Es ist voller technischer Begriffe und wirkt daher kompliziert, aber im Kern geht es nur um eine Sache.
- Viele Projekte geben Coins heraus, um Geld zu sammeln, obwohl ihr Geschäft ohne Blockchain auskommen würde. Man muss prüfen, was besser ist als bestehende Dienste und warum man gerade diesen Coin nutzen muss.
- Meiden Sie Orte, die nur vage Versprechen machen. Statt großer Worte wie „Wir werden die Weltdaten integrieren“ ist es wichtig, ob eine konkrete technische Struktur beschrieben ist.
2. Team & Partner: „Vertrauen Sie keinem Chef ohne Gesicht.“
Lassen Sie sich nicht von einem schicken Webdesign täuschen. Am Ende arbeiten Menschen.
- Durchsuchen Sie unbedingt LinkedIn oder die bisherige Laufbahn des Entwicklungsteams. Wenn das Profilbild ein KI-Bild ist oder die Erfahrung unklar ist, sollten Sie skeptisch sein.
- Manche setzen einfach Logos hin und behaupten: „Partner von Google, Samsung“. Prüfen Sie unbedingt durch „Cross-Checking“, ob es auf der Newsseite oder Website des Partnerunternehmens Bestätigungen gibt.
3. Tokenomics: „Wer hält die großen Mengen?“
Wer wie viel besitzt und wann die Mengen freigegeben werden (Unlock), hat enormen Einfluss auf den Preis.
- Wenn das Entwicklungsteam oder frühe Investoren über 30–40 % des gesamten Volumens halten? Die Gefahr ist groß, dass sie jederzeit Mengen auf den Markt werfen (Dumping) und den Preis in den Keller drücken.
- Sobald der eigene Coinpreis steigen könnte, könnten Mengen auf den Markt kommen. Es ist unerlässlich, den „Vesting-Plan“ zu prüfen und zu sehen, wann große Mengen freigegeben werden.
4. Roadmap & Entwicklungsstatus: „Reden sie nur oder verschwinden sie?“
Ein Plan (Roadmap) kann jeder zeichnen. Wichtig ist, ob Versprechen eingehalten werden.
- Schauen Sie einmal in das Code-Repository „GitHub“. Auch wenn man keinen Code lesen kann, reicht es oft zu sehen, ob es kürzliche Updates gab und wie häufig etwas hochgeladen wird. Das zeigt, ob das Team arbeitet oder bereits geflohen ist.
- Schauen Sie in die Telegram- oder Discord-Gruppen. Ein gesundes Projekt zeichnet sich durch aktive Fragen und Antworten zu Technik und Betrieb aus, nicht nur durch Diskussionen wie „Wann steigt der Preis?“.
5. Scam-Erkennung: „Wenn Sie das hören, laufen Sie sofort weg.“
Egal wie gut es aussieht: Wenn Sie folgende Sätze sehen, ist es zu 99,9 % ein Betrug.
- „Sichere monatliche Rendite von N %“? In der Investitionswelt gibt es keine garantierten Renditen. Das ist eine klassische Ponzi-Methode.
- „Bonus für Freunde werben“? Wenn mehr Energie für Multi-Level-Marketing (Referrals) aufgebracht wird als für Technik, ist es wahrscheinlich kein nachhaltiges Projekt.
Zum Schluss
DYOR ist anfangs lästig und schwierig. Aber sollte man diesen Aufwand nicht investieren, um seine eigenen, wichtigen Assets zu schützen? Bevor Sie nur auf eine Empfehlung hören und auf Kaufen drücken, investieren Sie bitte genau 10 Minuten, um die oben genannten Punkte zu prüfen. allein das wird die Qualität Ihrer Investitionen verändern.
